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Surfen auf dem Nyiragongo - Aufstieg

Surfen auf dem Nyiragogo - Aufstieg Surfen auf dem Nyiragogo - Aufstieg

Der Aufstieg

Dies ist die Fortsetzung von Surfen auf dem Nyiragongo - Vorgeschichte

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Während wir auf die angeforderten Träger warten, erinnerte ich mich daran, wie beschwerlich es für die ersten europäischen Forscher war, diesen Platz des noch nie zuvor geschauten zu erreichen. Speke und Grant wurden die Berge als ersten Europäern 1861 gezeigt, sie schrieben dafür das Wort Mfumbiro-Berge auf; erst der deutsche Zoologe und Afrikaforscher Franz Stuhlmann erkannte 1892 als erster den vulkanischen Charakter. Kompletter Reisebericht (Mit Emin Pascha ins Herz von Afrika (1894))

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Antiquarisch von 400-800 Euro - Nachdruck ab 105 Euro

Ein hervorragender Film, um sich in die Zeit der europäischen Entdecker und die Karawanenökonomie hineinzuversetzen ist der Film „Land der schwarzen Sonne“, der die Suche nach den Nilquellen 1857-59 vom Weltensammler Burton und Speke überwiegend historisch korrekt in Szene setzt.

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Mit der Absicht und dem Auftrag, Zentralafrika zu erforschen, brach Gustav Adolf Graf von Götzen (1866–1910) mit Georg von Prittwitz und Gaffron (1861–1936) und dem Arzt Hermann Kersting (1863–1932) im Dezember 1893 an der Küste des Indischen Ozeans von Pagani auf und erreichte nach 5 ½ Monaten am Donnerstag, 07. Juni 1894 den Fuß des Nyiragongo.

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Man beachte und merke sich die Form der Zelte.

„Während wir bisher von den Eingeborenen verschiedene Namen für den Berg gehört hatten, wird er jetzt übereinstimmend Kirunga tscha gongo genannt. Auch über die Bedeutung dieses Wortes wurden uns Angaben gemacht: »Kirunga« soll soviel als »rund« bedeuten, und, da die ganze Kette der Wilkane »virunga« genannt wird, so sind möglicherweise die runden Krater- formen für diesen Namen bestimmend gewesen. » Gongo » scheint einen Ort, an dem Opfer dargebracht werden, zu bedeuten.“

Götzen macht den Namen Virunga (Plural von Kirunga) bekannt, den die Vulkankette seither trägt.

Sein kompletter Reisebericht

Durch Afrika von Ost nach West: Resultate und Begebenheiten einer Reise von der Deutsch-Ostafrikanischen Küste bis zur Kongomündung in den Jahren 1893/94

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 Antiquarisch von 1895 / 2. Auflage 1899 125-350 Euro - Nachdruck ab 23 Euro

Die Gräber von Stuhlmann und Graf von Götzen sind auf dem Friedhof Hamburg -Ohlsdorf.

Hier als .pdf Dokument mit der Nyiragongo Besteigungs-Beschreibung und ein paar Ausschnitte zum Vergleich mit einer heutigen Beschreibung

Von Götzen: „Die Vorbereitungen für den morgigen Tag erforderten mancherlei Veränderungen in unserem Gepäck. In Folge dessen herrscht im grossen Zelt eine malerische Unordnung: auf dem grossen Tisch liegen in buntem Durcheinander die Tagebücher, ein Prismen-Kompas, Aneroide,Patronen, spiritusgefüllte Gläser für Sammelzwecke, Greens englische Geschichte, der »heilige Antonius« von Wilhelm Busch, eine Schachtel Naphtalin u. s. w.
Während ich schreibe, lässt Prittwitz draussen Gewehrgriffe machen und revidirt die Waffen; Kersting aber untersucht den Gesundheits- und Kräftezustand von 20 Leuten, die ich ausgewählt habe, uns morgen zu begleiten, um eines der grössten und interessantesten Räthsel im »dunkel-sten« Afrika zu lösen
.“

Der Bwana 2019: Was nehme ich mit?

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 - Wanderstöcke
Man kann für 10 US$ handgeschnitzte Wanderstöcke leihen. Tut es. Man braucht sie, um den Bewegungsapparat und vor allem die Knie zu entlasten. Außerdem ist das schon eine gute Vorübung des Wanderlismus, wenn man später mal an Krücken gehen muss.

Ich empfehle individuell einstellbare Teleskopstöcke, um je nach Steilheit und Neigung die Stöcke um 5 bis 10 cm zu kürzen (bergauf) oder zu verlängern (bergab).

Die Richtige Länge der Wanderstöcke = Körpergröße x 0,68
Um zu testen ob Du die richtige Länge bei den Wanderstöcken eingestellt hast, stell dich aufrecht hin, nimm die Wanderstöcke an den Griffen in die Hand und stell sie auf den Boden. Jetzt sollten deine Unterarme in einem rechten Winkel (90°) zu euren Oberarmen stehen. Wenn das der Fall ist, hast Du deine Wanderstöcke auf die optimale Länge eingestellt.

Was noch?
-Um Photos zu machen

mein Samsung Galaxy S7 Mobiltelefon und eine handliche Canon SX280 HS Powershot Reisezoomkamera, die ich seit Jahren wegen ihrer GPS Funktion und FullHD Videoaufnahmen für meine Recherchen nutze.
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-ein Surfbrett (siehe Vorgeschichte 2),

denn man sollte immer mehr träumen, als Andere es für praktisch halten. Nur Bügelbretter sind Surfbretter, die ihren Traum aufgegeben und sich einen richtigen Job gesucht haben

Andere furzen vor dem Computer und nennen es Windsurfen.
By the way: Die social Media Dame eines anderen Reiseveranstalters meldet meine Beiträge regelmäßig mit Ihren ca. 10 Konten bei Facebook, so dass es jedes Mal ein wenig Reichweite kostet. Es werden die starken Gefühle recht gern in eine Welt ausgelagert, die sich mit der Fingerspitze kontrollieren, anhalten, wiederholen, verewigen oder löschen lässt. Und ich bin mir sicher, dass es nicht wegen meiner Brustwarzen ist.

- und ein Snickers.
Ein Snickers kann einen nicht Marslos enttäuschen, es hat Nüsse, ist männlich. Ich hatte in Ruanda noch 4, aber um das Berggorilla Trekking zu überstehen habe ich bereits 3 eingeschmissen. Die Kakaobohne kommt ja von einem Baum, ist also eine Pflanze, das macht es ja auch zu so einer Art Salat. Wenn es doch nur ein Mett-Snickers geben würde, oder Haribo Goldhack, oder gar Mettella. Wieviel Berge könnte man dann besteigen Wieviel Berge könnte man dann besteigen.

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Von Götzen 1894 S. 202: „Prittwitz und ich waren von 18 ausgesuchten Trägern begleitet — je zwei Mann für eine Traglast — , ferner von dem Gefreiten Hamis wadi Ismaili, der einst mit Dr. Stuhlmann den Runssoro bestiegen hatte, sowie von den Soldaten Mambo und Pesa moja. Als Führer dienten uns zwei vom Ortschef uns zugewiesene Batwa, untersetzte kleine Kerle mit Bogen und Pfeilen, aber ohne auffallende Merkmale, die sie von der übrigen Wahutu-Bevölkerung streng unterschieden hätten; bemerkenswerth an ihnen war nur der Umstand, dass sie nicht vom Ackerbau, sondern allein von der Jagd zu leben angaben."

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Der Bwana 2019:  Wir sind wandernde Arbeitsplatzbeschaffungsmaßnahmen. Es wird zu Recht erwartet, dass man mindestens einen Träger für sein persönliches Gepäck beschäftigt. Warum sich nicht ein wenig Luxus, ja Dekadenz gönnen. Einen zweiten Schlafsack, Wechselunterwäsche, irgendeine Steinmännchenkunst-Installation, ein paar Bücher, Webers Grillbibel, wie die Made im Speck leben, Gesellschaftsspiele, wie z.B. Mett-Ärgere-Dich-Nicht, oh, da war schon wieder der Gedanke an Fleisch, der Entzug bisher war zu hart, für jemanden, der in einem Land lebt, in dem ein Lady Steak 300 Gramm hat und man sagt: „Becoming a Vegetarian is a huge missed steak“

Die Spiele, Klamotten, Bücher, lässt man nachher oben in der Rangerhütte oder schenkt sie bereits den Trägern. Das ist keine Herrenmenschen-Attitüde, sondern alles hilft, was einem zweiten Träger die Würde gibt, Geld zu verdienen, um seine Familie zu ernähren. Es ist falscher Stolz, allen zu zeigen, dass man sein Gepäck selbst tragen kann. Man sollte es nicht. Besonders nicht als alter, weißer Mann.

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Vorbildlich von Götzen 1894 S. 203: Unser Gepäck bestand aus folgenden Gegenständen: ein Zelt für uns, drei kleinere Zelte für die Mannschaft, Decken, Reservekleider, eine Last Proviant, eine Kiste mit Essgeschirr, Büchern etc.; ferner wurden mitgeführt: ein grosser Photographenapparat, ein Kodak-Momentapparat, der Theodolit, das Hypsometer, ein Aneroidbarometer (das andere blieb im Lager, um von Kersting zu verabredeten Zeiten abgelesen zu werden), zwei Thermometer, vier Gewehre, ein Seil, zwei Aexte, ein Fernrohr, zwei Feldstühle, eine Mappe mit Pflanzenpapier zum Sammeln. Jeder Mann führte ferner einen Mundvorrath für drei Tage und etwas Wasser bei sich.

So schafft man Arbeitsplätze!

Ein Träger erhält 25 US$, sein Trinkgeld sollte nach Ende des Trips 10 US$ betragen. Maximal zugeteiltes Gewicht ist 15kg. Die bewaffneten Park Ranger sollten jeweils 10-20 US$ Trinkgeld bekommen.

Von Götzen hatte Jäger mit und wir auch Bewaffnete, sollte der Speiseplan für heute noch was Essbares hergeben?

Erwartungsfroh ging es los. Der Aufstieg sollte 5-6 Stunden dauern.
Die Karte im Kibati – Rangerbüro zeigt die verschiedenen Rastplätze für kurze Pausen an. Start auf 1.994 Höhenmetern. Keine 1.500m Höhenunterschied bis zum Kraterrand. Der Abmarsch wurde auf 10 Uhr festgelegt.

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„It is not a competition“ Der gerne gehörte Satz, von dem wir wussten, es ist nur eine Floskel. Ein Hoffnungswort. Ein Potemkinsches Dorf, hinter dem sich ein Wettlauf zum Kraterrand verbarg. Dort gibt es Essen.
Und ein Großteil der Träger, auch Frauen, die Verpflegungs- und Wasserrationen zu einem permanentes Rangercamp auf ca. 2.700m Höhe brachten, wollten abends wieder zu Hause sein. Die Ablösung für das permanente Rangercamp kam auch noch mit und wollte schnell oben sein, denn dort gibt es Essen. Und man wollte den Kameraden ermöglichen, abends wieder zu Hause zu sein, zum Essen.

Der Untergrund war glitschig. Kein Wunder-Regenzeit und Regenwald.
Mich erinnerte es an die wunderbare Konsistenz von Hackfleisch, vermischt mit Ei, Sonnenblumenöl, Semmelbröseln und einigen Teelöffeln extra scharfen Senf. Frikadelle, B(o)ulette, Fleischpflanzerl, Fleischlaberl, Fleischküchle oder Faschiertes Laibchen. Frisch Zusammengemischt. Hackfleisch kneten ist ja auch wie Tiere streicheln – nur später.
So, jetzt fehlt nur noch ein kleiner Lavastrom und es wird ein Bratklops.

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Es ging vorwärts

Immer weiter vorwärts. Ich wirke jetzt kleiner, weil ich optisch weiter weg bin.

Notiz an Bwana: Es geht noch schneller vorwärts, wenn man Gewicht delegiert. Der Träger wollte sein Geld wert sein. Also bekommt er das Surfboard für unser nächstes board-meeting kurzzeitig überlassen.

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Warum er mir so sympathisch war? Nun, er hatte Verpflegung mit dabei. Einen lebenden Hahn. Ich vermutete, dass er dort oben nicht als Wecker gebraucht würde, der Hahn vermutete, dass er wenigstens den ganzen Weg nicht mehr zurück müsste.

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Für die paranoide Veganerin von der Lodge geht wahrscheinlich nicht einmal Wasser aus einem Hahn zu trinken. Wenn Veganer überhaupt kein Ei essen, wie panieren die dann ihr Schnitzel?
Wenn man Veganer wenigstens aus Pflanzenhass statt aus Tierliebe ist. Veganismus ist nämlich auch nicht das Gelbe vom Ei, sie sind grausam. Ich meine, so ein Hühnchen kann ja wegrennen, aber ein Bohnensalat?

Man kann an diesen beiden Photos auch die Geheimnisse guter Kameraeinstellungen erahnen. Während beim Querformat mehr Darsteller nebeneinander ins Bild passen, kriegt man beim Hochformat mehr Leute übereinander drauf. Ein Vorteil, der vor allem Giraffen- und Pornofilmer interessieren dürfte und Freunde, die mich mit einem Surfbrett auf Wanderung durch den Regenwald photographieren mussten.

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Je nachdem, nach der Entdeckung des Hühnchens und Abgabe des Surfbretts an den Träger ging es fröhlich und zuversichtlich weiter. Aus dem Tag kann was werden. Ich sehe ein wenig frischer aus als Heiko und Erika, da ich ja in Windhoek fast ständig auf 1.700 Höhenmeter lebe und meine roten Blutkörperchen daher mehr Sauerstoff aufnehmen können. Außerdem kann ich in unmöglichen Lagen und in den unterschiedlichsten Betten gut schlafen.

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Ich konzentriere mich darauf, mich an grün satt zu sehen. Einen Farbton, den wir in Namibia ja nicht so häufig zu sehen bekommen. Herrlicher Miombo-Mischwald und ein paar Flechten und Farne.

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Lange grüne Flechtenbärte an den Zweigen der Podokarpen und Hagenias.

Nach 1 ½ Stunden floss der Schweiß in Strömen. Ich überlegte mir, aus meinem Hut eine Vorrichtung zu bauen, die meinen Schweiß systematisch aufsaugt und sammelt. Alle halben Stündchen müsste dann ein Süppchen zusammenkommen, das so wertvoll wie ein kleines Steak ist.
Heiko ist in seinen Rhythmus reingekommen und zog gut durch. Erika und Ferdo hatten überhaupt keine Probleme
Ich gönnte mir Marscherleichterungen am ersten Rastplatz auf 2.254 Höhe. Die ersten 250 Höhenmeter von 1.500 waren geschafft.

Ich ebenfalls.

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Und hungrig. Man hat die ganze Zeit überdimensionierte Esstäbchen dabei und nicht zu Essen.

Unser Koch sagt, dass es am nächsten Rastplatz etwas Marschverpflegung zum Mittagessen geben wird.

 

Ich bin die Krone der Erschöpfung.  Mein Körper besteht zu 30% aus Müdigkeit, der Rest ist Hunger.

Surfen auf dem Nyiragongo - Kraterstimmung
Surfen auf dem Nyiragongo

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Der Autor

Carsten Möhle ist Safari-Spezialist, wandelndes Afrika-Lexikon, Expeditionsleiter und Herbergsvater.

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